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Erstattung ausländischer Quellensteuer

Was ist eine Quellensteuer?

Als Quellensteuer wird eine Steuer bezeichnet, die direkt an der Quelle erhoben wird. Fließt einem Aktionär eine Dividende aus einem anderen Land zu, weil er Aktien eines Unternehmens des jeweiligen Landes hält, wird in der Regel eine Quellensteuer durch das jeweilige Land erhoben (auch wenn die Aktien in Deutschland "liegen").


Problem der Doppelbesteuerung

Auch wenn das Sitzland des Unternehmens bereits Quellensteuer abgezogen hat, wird anschließend immer auch die deutsche Steuer fällig. Insgesamt findet dadurch eine Doppelbesteuerung statt, die zu einer hohen Gesamtsteuer führen kann.


Vermeidung der Doppelbesteuerung

Deutschland hat mit vielen Ländern ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Das beinhaltet, dass sich Aktionäre im Ausland bezahlte Quellensteuer in Deutschland anrechnen lassen können. Für die meisten Länder erfolgt das ganz automatisch durch die eigene Depotbank schon bei der Dividendenzahlung. Ist das nicht der Fall, erfolgt die Anrechnung nachträglich über die eigene Steuererklärung. Zu viel gezahlte Steuern werden dann von Deutschland erstattet.

Aber: Häufig berechnen andere Länder eine höhere Quellensteuer, als in Deutschland angerechnet werden kann. Für die meisten Länder können in Deutschland maximal 15% angerechnet werden. Darüber hinaus gehende Quellensteuer kann sich der Aktionär nur von dem Land erstatten lassen, das die Quellensteuer erhebt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Eine Vorabbefreiung oder eine nachträgliche Rückerstattung.

Vorabbefreiung: Nicht alle Länder bieten eine Vorabbefreiung von einem vollständigen Quellensteuerabzug an. In der unten stehenden Liste sind die Länder blau markiert, für die eine Befreiung theoretische möglich ist. Eine Vorabbefreiung für einen reduzierten Quellensteuerabzug muss über die eigene Depotbank beantragt werden. Unter Umständen berechnet die Depotbank dafür Gebühren. Ob die eigene Depotbank eine Vorabbefreiung für das jeweilige Land anbietet, muss gegebenenfalls angefragt werden. In jedem Fall sollte man die Befreiung ausreichend lange vor dem Dividendentermin beantragen. Unter Umständen muss die Befreiung jährlich beantragt werden.

Nachträgliche Erstattung: Eine nachträgliche Rückerstattung der zu viel bezahlten Quellensteuer ist immer möglich. Dabei ist die Bearbeitung der Anträge höchst unterschiedlich. Während viele Länder Anträge schnell und zuverlässig bearbeiten, muss man bei anderen Geduld haben.

Je nach Land variieren auch die Form des Antrags, die Antragsfrist, die geforderten Bescheinigungen und die entstehenden Kosten.


Durchführung des Erstattungsantrags

Startpunkt ist immer die Auflistung der Quellensteuerformulare des Bundeszentralamt für Steuern. Als Hilfestellung ist im Folgenden zusätzlich die Vorgehensweise für einige Länder erläutert.



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Übersicht ausländischer Quellensteuersätze

Für die meisten Länder erfolgt in Deutschland eine automatische Anrechnung ✓ von 15% (Prozentpunkten) der Steuer. Die Frist für den Erstattungsantrag beginnt häufig ab Jahresende, manchmal aber auch schon mit der Auszahlung der Dividende - Details finden Sie auf der Desktop-Version unserer Seite. Für die blau markierten Länder ist eine Vorabbefreiung theoretische möglich, womit der zusätzliche Aufwand eines Erstattungsantrags vermieden werden könnte.


Land QST Frist
Australien 30% 4 Jahre
Belgien 30% 5 Jahre
Dänemark 27% 4 Jahre
Finnland 30% 5 Jahre
Frankreich 12,8% 4 Jahre
Großbritannien 0%
Irland 0%
Italien 26% 4 Jahre
Japan 15%
Kanada 25% 2 Jahre
Luxemburg 15%
Niederlande 15%
Norwegen 25% 4 Jahre
Österreich 27,5% 5 Jahre
Portugal 28% 2 Jahre
Russland 15%
Schweden 30% 5 Jahre
Schweiz 35% 3 Jahre
Spanien 19% vmtl. ✓ 4 Jahre
Türkei 15%
USA 30% 1 Jahr

➝ Aktuelle Übersicht beim Bundeszentralamt für Steuern



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